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Rosa ist die Hölle

Heute sah ich, wie sich die Hölle öffnete. Sie war zwar nur rund 24 Zentimeter hoch, doch ihr Inhalt gab einen Blick auf all die Millionen gequälter Männerseelen, die nun nicht mehr in der Lage waren, ihr zu entkommen.

Jemand erzählte mir mal mal, dass die Hölle nicht in den Qualen bestehen könne, die man sich gemeinhin vorstellt, sondern die Qual darin zu finden sei, dass in der Hölle nichts ist – ein Raum ohne Anfang und Ende, nur man selbst und nichts rundherum. Dann wäre man sich selbst und den eigenen Gedanken und Vergehen überlassen.

So ähnlich muss es den armen Schweinen in der Hölle gegangen sein, die ich gesehen hab. Sie waren jedoch nicht von der Dunkelheit umhüllt sondern in alle Variationen der Farbe rosa getaucht – nur durchsetzt mit Schmuckfarben, die dem Rosa erst die richtige Wirkung zu verleihen vermochten. Anstatt über meterhohen Flammen zu schmoren oder über glühende Kohlen zu laufen, wanden sich die ehemals stolzen Vertreter des männlichen Geschlechts innerlich, wippten von einem Fuß auf den anderen, lagen gekrümmt am Boden oder standen einsam in der Ecke und wimmerten. Leise war ein Rumoren zu vernehmen: “Warum, warum, warum…”, summte es mir entgegen. Ich bückte mich näher hin um sie besser zu verstehen: “Warum, konnte das ausgerechnet mir passieren?”, vernahm ich. “Ich habe doch immer aufgepasst”, war von links hinten zu hören.

Und da überkam es mich: Wir hatten auch kurz nicht aufgepasst und schon war es auch bei uns geschehen. Das unvermeidliche hatte seinen Lauf genommen – im zarten Alter von noch nichtmal zweieinhalb Jahren. Man könnte auch sagen, unser Leben ist nun “eintönig” geworden. Rosa ist ab sofort die neue und einzige Lieblingsfarbe unserer Tochter. Barbie ist gelandet. Over and out.

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Schweinderl